Senegal & Kapverden

Senegal & Kapverden

Abenteuer

15.Mai 2019 - 21.Mai 2019

La Somone – Fadiouth – Toubacouta

Nach Ankunft mit TAP Air Portugal Flug in Dakar um 01.00 Uhr morgens, wechseln wir noch schnell etwas Geld in die lokale Währung Franc um (1 CHF = ca. 600 CFA-Franc BCEAO) und fahren dann direkt an die Küste Senegals, die Petite Côte, mit ihren langen, flachabfallenden Sandstränden. Die beiden bekannten Ortschaften La Somone und Saly haben sich in den letzten Jahren zum touristischen Zentrum der Petite Côte etabliert, wo man viele Boutiquen, Restaurants und auch Nachtclubs findet. Wir übernachten im Royal Horizon Baobab Resort in La Somone, die Zimmer sind grosszügig, das Bett gemütlich.

 

Nach einer sehr kurzen Nacht erwachen wir um 07.00h, um uns das Hotel bei Tageslicht anzusehen. Die herzige Bungalow-Anlage im lokalen Stil liegt inmitten einer grosszügigen Gartenanlage am langen Sandstrand. Weiter geht’s mit dem Minibus und unserem Deutschsprechenden Guide Mohamed in den Süden Senegals. Auf der Fahrt erfahren wir viele spannende Informationen über Senegal: der grösste Teil der senegalesischen Bevölkerung ist muslimisch, allerdings leben hier alle Religionen sehr friedlich Seite an Seite. Die wirtschaftlichen Standbeine von Senegal sind Erdnüsse, Tourismus, Phosphat, Fischerei, Salz- und seit neustem auch Goldabbau.

 

Wir machen einen Stopp in Fadiouth, einem Dorf, das auf einer eigenen Insel liegt, welche hauptsächlich aus Muscheln besteht. Die Insel ist bekannt für ihren einzigartigen Muschelfriedhof, einer der wenigen Orte, an dem Christen und Muslime nebeneinander begraben sind. Während dem leckeren Mittagessen (Fisch, Crevetten, Gemüse und Reis) können wir noch den lokalen Fischern bei ihrer Arbeit zusehen. Danach geht es weiter vorbei an einem schönen Baobab-Wald, sowie dem grössten Baobab-Baum Westafrikas, welcher über 1000 Jahre alt ist. Mir fallen auf der Fahrt die unglaublich herzlichen Menschen auf mit ihrem breiten Lachen und den schönen farbigen Kleidern.

 

Nach der Ankunft im Hotel Les Paletuviers im Saloum Delta besichtigen wir zuerst kurz die Anlage, welche erhöht über dem Delta thront und mit einer wunderschönen Aussicht auf die untergehende Sonne über dem Delta aufwartet. Das Highlight des Hotels ist die Baumhaus-Suite, welche zwischen den Kronen von zwei riesigen Baobab-Bäumen gebaut wurde. Die Unterkunft arbeitet eng mit der Bevölkerung des Dorfes Toubacouta zusammen, was den Gästen die Möglichkeit für einen authentischen Einblick ins Dorfleben gibt.

 

Zum Schluss dieses wirklich langen Tages gibt es eine schöne Bootsfahrt durch das Saloum-Delta bei Sonnenuntergang. Wir fahren zur Vogelrastinsel, auf der sich Hunderte von Vögeln (Pelikane und Reiher) versammeln, um die Nacht auf Bäumen, wo Sie gut geschützt sind, zu verbringen. Das abendliche Pfeifkonzert ist ein grossartiges Spektakel.

 

 

Piroge Fadiouth
Hotel Les Paletuviers, Saloum Delta
Hotel Les Paletuviers, Saloum Delta
Muschelfriedhof, Fadiouth
Fadiouth
Saloum Delta
Royal Horizon Baobab, La Somone

Toubacouta – Bandia Reservat – Saly

Heute fahren wir zurück an die Petite Côte, wiederum durch wunderschöne Landschaften mit Baobabs und Palmen. Unterwegs halten wir bei einem Wochenmarkt in einem lokalen Dorf, es ist laut, farbenfroh und heiss. Die Menschen sind sehr interessiert an uns, stellen Fragen und lächeln uns an, ein spannendes Erlebnis.

 

Zum Mittagessen erreichen wir das Bandia-Reservat, welches ca. 60km von Dakar und 30km von der Petite Côte entfernt liegt. Nach dem Mittagessen, welches wir auf der Hut vor diebischen Affen essen, fahren wir in einem offenen Safari-Truck durch das Reservat. Unser Guide spricht fehlerfrei Deutsch, er lebte für einige Zeit in der Schweiz, und erzählt uns über die hiesige Wiederansiedlung von grossen afrikanischen Säugetieren, die einst verschwunden waren. Wir sehen Giraffen, Zebras, Warzenschweine, Nashörner, Elenantilopen, Straussen und diverse weitere Vögel.

 

Danach fahren wir zurück an die Küste. Das Erstklasshotel Lamantin Beach liegt am langen Strand im Norden von Saly, direkt bei einem kleinen Hafen.

Baobab
Bandia Reservat
on the road...
Lamatin Beach, Saly
Markttag

Saly – Insel Gorée – Flughafen Dakar – Praia, Santiago

Früh brechen wir heute auf nach Dakar zur Fähranlegestelle, von wo aus wir mit der Fähre zur Insel Gorée übersetzen. Die Fahrt dauert ca. 20 Minuten. Vier Jahrhunderte lang war die Insel das grösste Sklavenhandelszentrum an der afrikanischen Küste. Die Insel, welche nacheinander von den Portugiesen, Niederländern, Engländern und Franzosen beherrscht wurde, ist geprägt durch den Kontrast zwischen den ärmlichen Sklavenvierteln und den eleganten Häusern der Sklavenhändler. Wir besuchen das eindrückliche, bewegende House of Slaves mit seiner berühmten „Door of No Return“, eine eindringliche Erinnerung an Gorée’s Rolle als Zentrum des westafrikanischen Sklavenhandels.

 

Nach dem Mittagessen auf der Insel fahren wir mit der Fähre zurück nach Dakar und von dort mit dem Bus an den Flughafen. Nach 3 sehr vielfältigen Tagen verlassen wir Senegal bereits wieder mit vielen Erinnerungen und Begegnungen im Gepäck. Weiter geht’s auf die Kapverden, 1. Stopp: Praia, Santiago, die Hauptstadt der Kapverden. Es ist bereits dunkel als wir ankommen, deshalb sehen wir noch nicht viel von der Stadt, aber wir hören Musik. Es findet zurzeit das Festival da Gamboa statt mit vielen nationalen und internationalen Künstlern. Wir übernachten im Pestana Tropico Hotel etwas ausserhalb des Stadtzentrums und ca. 200 Meter vom öffentlichen Sandstrand entfernt.

Insel Gorée
Insel Gorée
Insel Gorée
Binter
Praia, Santiago

Santiago

Heute erkunden wir die grösste Kapverden-Insel, welche lange als Handelsplatz für Afrika diente und darum auch eine stärkere afrikanische Identität bewahrt hat als die anderen Inseln. Wir fahren quer durch die hügelige, karge Natur Richtung Norden. Es hat seit über neun Monaten nicht mehr richtig geregnet und das sieht man. Die Menschen hoffen auf die regenreichen Monate Juli-Oktober, um ihre Wasservorräte aufzufüllen. Trotzdem geht das Leben weiter und dies spüren wir auch auf dem lokalen Wochenmarkt in Assomada. Die Stadt liegt im gebirgigen Landesinneren. Der Markt dient als Einkaufszentrum, man findet Schuhe, Kleider, Haushaltsgegenstände und ganz viel Gemüse, welches zum grössten Teil auch auf den Kapverden angebaut wird.

 

Wir fahren weiter Richtung Norden nach Tarrafal, ein kleines Städtchen mit schönem Palmenstrand im Norden der Insel. Das Wasser ist herrlich erfrischend, der Strand breit und sauber. Wir besichtigen die hiesigen Hotels King Fisher und Casa Strela.

 

Der Weg zurück nach Praia führt entlang der Küste via Porto Formoso, Calheta do São Miguel und Pedra Badejo. Zwischendurch fahren wir wieder durch grüne Täler, wo Bananenplantagen stehen, soweit das Auge reicht. Der Rest der Insel ist jedoch trocken und karg. Die Menschen sind wieder sehr interessiert, lächeln und winken uns zu. Das Finale der Primeira Liga Benfica Lissabon – CD Santa Clara läuft gerade und wird eifrig verfolgt. Benfica wird an diesem Abend zum 37. Mal Meister und es herrscht auch auf den Kapverden Ausnahmezustand unter den zahlreichen Anhängern.

 

Wir übernachten heute wieder in Praia aber in einem anderen Hotel: das Oasis Atlantico Praia Mar, liegt ebenfalls etwas ausserhalb des Stadtzentrums auf Klippen direkt am Meer. Berühmt ist die Sunset Bar mit wunderbarem Ausblick.

Santiago
Tarrafal Beach, Santiago
Bananenplantage, Santiago
Tarrafal Beach, Santiago
Oasis Atlantico Praia Mar

Cidade Velha – Flughafen Praia – Fogo

Bevor wir weiterreisen, besuchen wir noch die älteste Stadt der Kapverden, Cidade Velha (ursprünglicher Name „Ribeira Grande“). Die Stadt wurde 1462 gegründet und war die erste Hauptstadt des Archipels. Seit über zehn Jahren werden die Ruinen sowie die alte Festung Fort São Felipe in aufwändiger Handarbeit restauriert. Cidade Velha wurde im Juni 2009 auf die Liste des UNESCO Weltkulturerbes genommen. Wir besichtigen das Fort, von welchem aus früher die Stadt gegen Piraten verteidigt wurde. Das Zentrum der Stadt mit dem ehemaligen Sklavenpfahl Pelorinho sowie der berühmten Rua Banana erkunden wir ebenfalls. Hier fühlt es sich an, als wäre die Zeit stehen geblieben.

 

Nach dem Mittagessen fahren wir zum Flughafen und fliegen mit Binter (eine kanarische Fluggesellschaft) weiter nach Fogo. Der Flug dauert nur 20 Minuten, der Ausblick auf die Vulkaninsel Fogo von der rechten Flugzeugseite aus ist spektakulär. Am winzigen Flughafen werden wir erwartet und zum in 1700 m.ü.M. gelegenen Ort Chã das Caldeiras gefahren. Die Fahrt ist beeindruckend, plötzlich befindet man sich in dieser Mondlandschaft im riesigen Krater. Die grünen Weinreben geben einen beeindruckenden Kontrast zur schwarzen Erde. Das einfache Gästehaus Casa Marisa ist in der spektakulären Vulkanlandschaft von Chã das Caldeiras eingebettet und wurde nach dem Vulkanausbruch im 2014 einfach wieder neu auf der noch heissen Lava aufgebaut. Nun verfügt jedes Zimmer über eine gratis Bodenheizung, was in den kalten Nächten natürlich ein Vorteil ist. Die Besitzer Marisa & Mustafa haben hier eine wirklich herzige Oase erschaffen, man fühlt sich sofort wie zu Hause. Am Abend lauschen wir den Abenteuergeschichten von Mustafa und der Musik der lokalen Band.

Rua Banana, Cidade Velha, Santiago
Cidade Velha, Santiago
on the road...
Cidade Velha, Santiago
Parque Natural do Fogo

Pico Pequeno – São Filipe

Ein aktiver Tag steht heute auf dem Programm: wir wandern zum kleineren der beiden Vulkankrater „Pico Pequeno“ hinauf. Auf dem Weg und bei Tageslicht sehen wir nun das Ausmass des Vulkanausbruchs vor 5 Jahren. Die Lavamasse hat teilweise einen vertikalen Durchmesser von bis zu 10 Meter. Überall sieht man Dächer, Wände und auch den Giebel einer Kirche aus der nun erhärteten Lava herausragen. Die Menschen wollen trotz dem Risiko diesen speziellen Ort nicht verlassen. Die Gemeinschaft ist stark, Unglücke verbinden. Auf der Wanderung erfahren wir viel über die hiesige Vegetation und was alles in diesem Tal angebaut wird, viele verschiedene Frucht- und Gemüsesorten sowie eben auch die Weinreben. Das letzte Stück hinauf zum Krater geht ganz schön in die Beine, doch der Aufstieg lohnt sich. Wir erleben eine spektakuläre Aussicht über die ganze Caldera sowie den frischen Krater mit Schwefelgeruch. Von hier aus sieht man auch, wieso dieses Gebiet so beliebt bei Kletterern und Wanderern ist. Den Weg hinunter ins Dorf bringen wir wesentlich schneller hinter uns, man kann auf der weichen Asche prima runterrennen, oder besser gesagt rutschen.

 

Im Dorf besuchen wir noch einen lokalen Weinproduzenten und dürfen natürlich auch seine Weine verkosten. Wir erfahren viel über das Leben der Leute hier, manch Trauriges aber auch viel Erheiterndes. Nach einem kurzen Mittagessen fahren wir wieder runter an die Küste, die Fahrt dauert ca. 2 Stunden. São Filipe ist die Hauptstadt von Fogo und wirklich sehr hübsch anzuschauen, mit ihren farbigen Kolonialhäusern. Das familiäre Colonial Guest House liegt im Herzen von Sao Filipe in einem renovierten Kolonialgebäude. Von hier aus erreicht man viele Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten bequem zu Fuss. Im Innenhof gibt es einen Pool, perfekt für eine Abkühlung nach der Wanderung. Abendessen gibt es in Pipi’s Bar, sehr lecker und mit gemütlicher Atmosphäre auf der Terrasse.

Vulkangestein
Pico Pequeno, Fogo
Pico Pequeno, Fogo
Chã das Caldeiras
Casa Marisa, Chã das Caldeiras
Chã das Caldeiras
Chã das Caldeiras
Chã das Caldeiras

São Filipe – Plateau, Santiago

Abreisetag, doch unser Flug geht erst in der Nacht. Deshalb haben wir noch ein bisschen Zeit im herzigen São Filipe. Wir besuchen das nahegelegene Hotel Savana, welches ebenfalls über einen Innenhof mit Pool verfügt, sowie das Hotel Xaguate, mit dem grössten Pool von São Filipe. Danach laufen wir zu Fuss durch das hübsche Städtchen, was teilweise etwas anstrengend wird: die Strassen sind steil und es ist 30 Grad warm. Die Stadt war früher unterteilt in ein Sklaven-Viertel und ein Herrschafts-Viertel, was man heute nur noch an den Gebäuden erkennt. Der Markt ist farbig und wie überall auf den Kapverden sieht man viel frisches Gemüse und Fisch. Nach dem schmackhaften Mittagessen im gemütlichen Garten des Tropical Restaurant fahren wir zum Flughafen Fogo und fliegen mit Binter zurück nach Praia auf Santiago.

 

Da wir erst in der Nacht heimfliegen, haben wir noch Zeit das Plateau in Praia zu besuchen. Früher wurde die Stadt von hier oben gegen Piraten verteidigt, heute befinden sich hier der Präsidenten-Palast und eine schmucke Fussgänger-Passagen mit einigen Läden und Restaurants. Vom Plateau aus hat man auch eine super Aussicht über den Strand und den Rest der Stadt. Nach dem letzten typischen Abendessen geht es weiter an den Flughafen Praia und um Mitternacht fliegen wir auch schon wieder mit TAP Air Portugal via Lissabon zurück in die Schweiz.

São Filipe, Fogo
São Filipe, Fogo
São Filipe, Fogo
São Filipe, Fogo